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Touristik-Report
30. Juni 2001
Marken müssen erlebbarer und emotionaler
werden.
Marken müßten künftig für den Verbraucher
erlebbarer und emotionaler entwickelt und gepflegt werden, sagte
Hubert G. Feil, Geschäftsführer von :paradise media und
Beiratsvorsitzender auf dem Deutschen Eventmarketing-Kongreß
(Eventbusiness 01) in München.
Er nahm es wörtlich und kreierte für die Teilnehmer einen
modernen Rahmen im Münchner Airport Center: Hostessen, die
sich über Kopfhörer verständigten, Technik vom Feinsten,
gläserne Aufzüge, die zwischen den Etagen pendelten. Mehr
als 400 Teilnehmer, darunter viele Marketing-Verantwortliche aus
großen Unternehmen in Deutschland, Österreich und der
Schweiz waren neben zahlreichen Agentur-Vertretern und Medien nach
München gekommen und erlebten einen zweitägigen und glänzend
organisierten Eventmarketing-Kongress von :paradise media.
So sollte bereits mit der Organisation die Denkweise vermittelt
werden:
Erlebbare Technik ist wesentlicher Bestandteil des Eventmarketings.
Bestimmte Verbraucher-Ziel-gruppen zu erreichen, wird immer schwieriger.
Preis und Leistung eignen sich bei vielen Produkten kaum noch als
alleiniges
Unterscheidungsmerkmal.
"Man muß die Verbraucher zusätzlich über das
Bauchgefühl erreichen", sagte Helmut Andreas Hartwig,
Chairman einer Event-Agentur. Dabei komme es grundsätzlich
auf die Idee und nicht auf den reellen Wert an. Frankierte Postkarten
auf dem Hotelzimmer, Stadtführer, das Parfüm in der Restaurant-Toilette
seien zwar Kleinigkeiten, erzeugten aber beim Gast emotionelle Zufriedenheit.
Ganz anders bei Reiseveranstaltern, die das Produkt an sich als
ein Event verkaufen, beispielsweise die Reise zu einem Formel-Eins-Rennen.
Für DER-Tour-Manager Jens Brösel hat das viel mit der
Erfüllung von Träumen zu tun: "Den Star möglichst
nahe erleben." Der Event sei also ein weitläufiger Begriff.
Entsprechend eng und zielgruppenspezifisch müsse er definiert
werden, so Brösel.
Für Astrid Braungart, Director Events der Siemens AG, ist
heute beides wichtig: die klassische Konsumenten-Ansprache und der
Aufbau von Erlebniswelten. Das eine diene mehr der Absatzsteigerung,
das andere mehr dem Image einer Marke.
Für den Werbeexperten Bernd Michael sind die großen
Bekleidungs- Luxusmarken bestes Beispiel für emotionelle Vermarktung:
"I don't need it, but I want it." Wer es schafft, seine
Marke bei Trendsettern durchzusetzen, löst damit eine Massenbewegung
aus. Eventmarketing und Sponsoring sind also enge Nachbarn. So sah
es in München auch der Philosoph Günther Anders, als er
sagte: "In einer Überflußgesellschaft sind nicht
mehr die Produkte knapp,
sondern die Erfüllungen der Wünsche."
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