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Handelsblatt
21. November 2002
Sponsoring-Branche sieht ihre Zukunft im Sozialen
Schulen, Universitäten und Museen stehen für
die Sponsoring-Branche in Zukunft im Fokus. Die Werbeform Sponsoring
ist zu wenig transparent. Bericht in Handelsblatt über das
:sponsoring forum 2002, den 5. Deutschen Sponsoring Kongress 2010
von :paradise media.
Schulen, Universitäten und Museen stehen für
die Sponsoring-Branche in Zukunft als Werbeträger im Fokus.
"Die Entwicklung in der Kommunikation der Unternehmen
geht in Richtung Kultur, Bildung und Soziales", sagt
Hubert Feil, Präsident des Fachverbands für Sponsoring
und Sonderwerbeformen (Faspo), in dem 80 Sponsoring-Agenturen und
-Kunden gebündelt sind.
Auf dem Sponsoring-Kongress in München forderten die Sponsoring-Agenturen
deshalb die Unternehmen auf, öffentliche Einrichtungen stärker
mit Sponsoring finanziell zu fördern und damit für die
eigenen Marke zu werben. Dass das Thema auch eine gesellschaftspolitische
Bedeutung hat, zeigt sich daran, dass sich Rezzo Schlauch, Staatssekretär
im Bundeswirtschaftsministerium, und Michel Friedman, Vizepräsident
des Zentralrats der Juden, von den Agenturen einspannen ließen.
Auch Bernd Michael, Chef der Werbegruppe Grey Middle Europe, hält
große Stücke auf die "soziale" Werbeform. "Sponsoring
ist eines der wichtigsten Instrumente für Firmen, um aktiv
auf den Bürger zuzugehen", so Michael. Da immer
mehr Unternehmen Wert legen auf Nachhaltigkeit und gesellschaftliche
Verantwortung, würden sich im Sponsoring-Bereich neue Geschäftsfelder
neben dem bereits bekannten Sport-Sponsoring entwickeln. Der Sportbereich
bestreitet mit über 50 % den größten Anteil am Sponsoring-Markt.

Wie Fernsehwerbung oder Zeitschriftenanzeigen leidet auch die Werbeform
Sponsoring unter den stark sinkenden Marketingausgaben. "2002
ist ein Jahr mit Null-Wachstum für die Branche", resümiert
Feil. Spar-Beispiele gibt es reichlich: Kürzlich hat sich die
Deutsche Post aus ihrem 10 Mill. Euro teuren Sponsor-Vertrag für
die Formel 1 zurückgezogen. Auch Opel kündigte der Sportsponsoring-Agentur
Octagon.
Dennoch habe das Sponsoring höheres Wachstumspotenzial als
andere Werbeformen, so Feil. Laut Verband geben die Firmen aktuell
4 Mrd. Euro pro Jahr aus, um ihre Marke bei Sport- oder Kulturveranstaltungen
wiederzufinden. Allerdings beruht diese Zahl auf Schätzungen.
Insgesamt investierten Unternehmen im vergangenen Jahr 31,5 Mrd.
Euro in Werbung, meldet der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft.
Die übrige Werbewirtschaft kritisiert jedoch die mangelnde
Transparenz der Branche. Ein "Handschlag unter Männern"
reiche meistens aus, um Millionenbeträge für Sponsoringverträge
auf den Führungsetagen der Wirtschaft locker zu machen. "Es
gibt keinerlei Mechanismen, um den Erfolg von Sponsoring nachzuprüfen",
so Lothar Leonhard, Chef der Werbegruppe Ogilvy & Mather.
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